Os Computerei

Blog von Oliver Braun vom IT-Service.berlin

...zum IT-Service.berlin 

Für Inhab­er oder Geschäfts­führer ein­er Fir­ma oder eines Gewer­be­be­triebes spreche ich aus Sicht der IT-Admin­is­tra­tion fol­gende ein­deutige Empfehlung aus:

Regeln Sie die pri­vate Nutzung von Inter­net und E‑Mail am Arbeit­splatz. Und unter­sagen Sie die pri­vate Nutzung der geschäftlichen E‑Mail-Adresse.

Grund­sät­zlich spricht aus mein­er — tech­nis­chen — Sicht nichts dage­gen, dass Mitar­beit­er über den Web­brows­er pri­vate E‑Mail-Post­fäch­er öff­nen (GMX, Hot­mail, Outlook.com, Web.de, Google Mail, T‑On­line-Web­mail­er usw.), um ihre pri­vat­en E‑Mails zu prüfen. Sofern dabei eine ver­schlüs­selte Verbindung (https://… statt http://…) benutzt wird, sind die Inhalte der Verbindung auch nicht ein­se­hbar. Ob der Arbeit­ge­ber dies unter wirtschaftlichen Aspek­ten erlauben möchte, sei dahingestellt. Sicher­lich dient es der Zufrieden­heit der Mitar­beit­er.

Eine Anweisung an die Mitar­beit­er, beim Lesen pri­vater E‑Mails über solche Webober­flächen grund­sät­zlich keine E‑Mail-Anhänge zu öff­nen, ist aus tech­nis­ch­er Sicht eine gute Sache: Über die Anhänge kön­nen Com­put­er­viren ins Fir­men­netz ein­drin­gen. Ver­hält­nis­mäßig groß ist der Schaden, wenn der Mitar­beit­er durch das Öff­nen eines schädlichen Attache­ments seinen Arbeit­splatz­com­put­er vorüberge­hend lahm­legt.

Generell prob­lema­tisch ist es aber, wenn die Mitar­beit­er ihre geschäftlichen E‑Mail-Adressen auch für pri­vate Zwecke nutzen dür­fen:

Wenn ein Arbeit­ge­ber die pri­vate Nutzung dien­stlich­er E‑Mail-Post­fäch­er duldet, muss er das Fer­n­meldege­heim­nis sein­er Mitar­beit­er beacht­en. Er tritt dann gegenüber dem Mitar­beit­er so auf wie ein E‑Mail-Provider gegenüber seinen Kun­den.

Das Fer­n­meldege­heim­nis ver­bi­etet dem Unternehmen, Ken­nt­nisse von Inhal­ten und Umstän­den pri­vater Kom­mu­nika­tion der Mitar­beit­er zu nehmen.

Daraus ergibt sich, dass beispiel­sweise bei ein­er Erkrankung des Mitar­beit­ers der Arbeit­ge­ber nicht ein­fach in dessen Post­fach schauen darf. Macht er es doch, beste­ht die Gefahr, dass sich der Arbeit­ge­ber nach §206 StGB straf­bar macht.

Unter bes­timmten Umstän­den ist es zwar zuläs­sig, dass der Arbeit­ge­ber sich diese E‑Mails ansieht, aber da dies eine juris­tis­che Einzelfall­prü­fung bedarf, emp­fiehlt sich stattdessen ein generelles Ver­bot der pri­vat­en E‑Mail-Nutzung der Fir­me­nadressen.

Übri­gens reicht an dieser Stelle kein Ver­bot nur auf dem Papi­er, son­dern der Arbeit­ge­ber muss in der gelebten Prax­is auch auf sein­er Ein­hal­tung beste­hen.

Muster­texte für die Regelung der pri­vat­en IT-Nutzung find­en sich hier:

Einen aus­führlichen Leit­faden zu diesem The­ma gibt es beim BITKOM. Dieser enthält eine prak­tis­che Check­liste: