Daten sichern – Teil 4/4: Die Cloudfrage

Daten in der Cloud abzu­le­gen ist prak­tisch und fle­xi­bel. Kei­ne Fra­ge. Aber sie nur dort abzu­le­gen, ist eben auch ris­kant.

Selbst bei seriö­sen Clou­dan­bie­tern kann es immer mal zu Daten­ver­lus­ten kom­men (davon war selbst Ama­zon schon betrof­fen).

Oder der Anbie­ter stellt sei­ne Diens­te ein, und Sie bekom­men es nicht mit (den­ken Sie an den Goog­le Reader).

Selbst bei einem kos­ten­pflich­ti­gen, seriö­sen Anbie­ter könn­te es durch Feh­ler in der Buch­hal­tung oder durch Rück­last­schrif­ten des dafür fäl­li­gen Ent­gel­tes zu einer  absicht­li­chen Daten­lö­schung durch den Cloud­pro­vi­der kom­men (das soll zum Bei­spiel einem Stra­to HiD­ri­ve-Kun­den pas­siert sein).

Des­halb soll­ten Sie nicht nur ein wenig behut­sam sein bei der Aus­wahl von Cloud­pro­vi­dern. Sie soll­ten auch Daten, die Sie dort able­gen, wenigs­tens gele­gent­lich auf ihre hei­mi­schen Sys­te­me sichern.

Das ist mit allen Arten von Daten irgend­wie mög­lich. Wenn es bei einem Ange­bot wirk­lich nicht geht, über­den­ken Sie, ob Sie die­ses Ange­bot wirk­lich nut­zen wol­len.

Wie oft Sie Ihre Daten nach Hau­se holen, ob die­se über­haupt irgend­wie wert­voll für Sie sind – das ist immer Ihre indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung. Jede Daten­si­che­rungs­stra­te­gie ist eine indi­vi­du­el­le Sache. Es scha­det aber nicht, einen exter­nen Bera­ter über Ihre Daten­si­che­rung schau­en zu las­sen. Ein sach­kun­di­ger Bera­ter kann recht­zei­tig erken­nen, ob Ihre Daten sinn­voll gesi­chert wer­den. Damit Sie es nicht erst mer­ken, wenn die Daten weg sind.

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Daten sichern – Teil 3/4: Die Speicherfrage

Das ist die Kern­fra­ge jeder „Daten­auf­be­wah­rungs­stra­te­gie”: Wie wer­den die Datei­en abge­legt?

Zunächst: Ver­mei­den Sie es, Datei­en auf exter­ne Medi­en zu archi­vie­ren. Bei grö­ße­ren Daten­men­gen geht es nicht anders, aber bei den Daten­men­gen von klei­nen Betrie­ben oder Pri­vat­per­so­nen kommt man meis­tens ohne eine Aus­la­ge­rungs­ar­chi­vie­rung aus.

Bren­nen Sie also zum Bei­spiel kei­ne Fotos auf CD-ROM, um die­se Datei­en im Com­pu­ter zu löschen und nur die CDs auf­zu­he­ben. Wenn Sie die Bil­der in ein paar Jah­ren anse­hen wol­len, sind die CDs mit einer gewis­sen Wahr­schein­lich­keit gar nicht mehr les­bar.

Wenn Sie Datei­en „aus dem Blick” haben wol­len, dann legen Sie einen Unter­ord­ner „Archiv” auf Ihrer Fest­plat­te an und schie­ben Sie die Datei­en dort­hin.

Tra­gen Sie also zunächst alle Datei­en auf einer akti­ven Fest­plat­te zusam­men. Aktiv bedeu­tet, dass es sich um die Fest­plat­te eines genutz­ten Com­pu­ters han­deln soll­te.
Nun kann eine Fest­plat­te jeder­zeit aus­fal­len. Des­halb wer­den die Datei­en „gesi­chert”. Das bedeu­tet, sie wer­den in bestimm­ten Zeit­ab­stän­den auf ein ande­res Medi­um kopiert. Es gibt die Daten also an zwei Orten. Und das ist dau­er­haft so, nicht nur vor­über­ge­hend.

Die Häu­fig­keit der Siche­rung rich­tet sich nach der Bewe­gung in den Daten­be­stän­den und nach ihrer Wich­tig­keit. Das glei­che gilt für die Anzahl der Siche­rungs­me­di­en und für die Lage­rung.

Die Löschung alter Daten in der Siche­rung erfolgt ver­zö­gert, so dass eine ver­se­hent­lich gelösch­te Datei aus nach Mög­lich­keit noch aus einer Siche­rung her­aus geret­tet wer­den kann.

Auf jeden Fall müs­sen die Siche­rungs­me­di­en räum­lich getrennt vom Com­pu­ter auf­be­wahrt wer­den. Ein Ein­bre­cher, der einen Com­pu­ter stiehlt, wird auch eine USB-Fest­plat­te mit­neh­men, die an dem Com­pu­ter ange­steckt ist. Ein Feu­er wird sich genau­so ver­hal­ten.

Siche­rungs­me­di­en:

  • Online­spei­cher (Cloud­back­up)
  • USB-Fest­plat­ten
  • NAS-Lauf­wer­ke
  • Band­lauf­wer­ke (Strea­mer)

Gän­gi­ge Soft­ware:

  • Back­u­pAs­sist
  • Cobi­an Back­up
  • Win­dows-Siche­rung

Wich­ti­ge Para­me­ter:

  • Häu­fig­keit der Siche­rung
  • Anzahl der Siche­rungs­me­di­en
  • Stand­ort bzw. Lage­rung

Eine Anek­do­te am Ran­de: Bei einer klei­nen Haus­ver­wal­tung fand ich ein­mal eine „Siche­rungs­fest­plat­te”, die an dem Com­pu­ter fest ange­steckt war. Das Haus­ver­wal­tungs­pro­gramm Domus 1000 war so ein­ge­stellt, dass es die gesam­ten Daten, mit denen es im Betrieb live arbei­tet, auf der exter­nen Fest­plat­te lie­gen hat­te. Die Daten lagen also nur auf die­ser Fest­plat­te, die nie abge­zo­gen wer­den durf­te. Da hat­te ein „Freund des Hau­ses”, der unent­gelt­lich beim IT-Betrieb half, so über­haupt gar nichts ver­stan­den…

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